Ein Tief beim Trans Ocean Race haben wir noch und das bereitet viel Arbeit. Bis zur Ansteuerung des Englischen Kanals beschäftigen uns folgende Auswirkungen der Warmfront vor dem Tief: Wechselhafter SW-Wind, Nebel, Sprühregen und diesiges Wetter. In der tiefgrauen-schwarzen Nacht segeln wir bei bockigem Seegang nur unter Genua II, die wir raumschots zum Wind trimmen.

Elmo: Nachdem wir in der Nacht durch heftigen Seegang durchgeschüttelt wurden, ist heute am Tag Flautensegeln angesagt. Wir haben den Spinnacker gesetzt, morgens war es noch neblig, vor kurzem ist die Sonne durchgekommen.

Im Morgengrauen setzen wir erneut das Großsegel und baumen das Vorsegel aus. Als sich der Seegang etwas beruhigt, setzen wir unseren blauen Leichtwind-Spinnaker und fangen den leichter werdenden Wind ein. Mit Rechtsdrehen des Windes schiften wir das 180 qm umfassende Tuch und versuchen dem sich ausweitenden lästigen Flautenband ein Schnippchen zu schlagen.

Elmo: Das zweite Bild zeigt einen Screenshot von meinem IPad. Das ist unsere tägliche Beschäftigung, insbesondere bei einem abzusehenden Sturmtief oder einer Flaute. Die Grib-Files - das sind Daten über Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Luftdruck in einem vorher definierten Gebiet und über einen definierten Zeitraum - rufen wir über das Satellitentelefon ab. Dieses Satellitentelefon, ein IridiumGo, macht ein Wifi-Netz, auf das jeder mit seinem Smartphone zugreifen kann. Jeder kann also mit seinem eigenen Smartphone über diese Satellitenverbindung telefonieren, oder eine SMS schreiben. Das funktioniert relativ gut, die Einheiten rasseln aber schnell durch und sind teuer. Ich habe zusätzlich die Möglichkeit über einen vorher gekauften Account Daten zu senden und zu empfangen - mit maximal 2,4 kb/sec. In der Minute sind es jedoch nur maximal 18 kb. Das ist sehr langsam und die Datenverbindung reißt gelegentlich zwischendurch ab. Aber immerhin ermöglicht es uns, Wetter abzurufen und Blog- Beiträge zu schreiben - mit stark verkleinerten Bildern. Bei dem Wetter kalkulieren wir verschiedene Routen und diskutieren anschließend welche am schnellsten, sichersten, mit dem geringsten Verschleiß und am besten machbar ist. Deshalb sieht die Route manchmal etwas zickzackförmig aus - jeder Segler kennt das. Gegen Abend erwarten wir wieder Windzunahme und am Donnerstag wird uns das nächste Sturmtief mit Karacho in den Channel hineinblasen.

Das Tiefdruckgebilde hält aufkommenden frischen südlichen Wind und mit Durchzug des Kerns steifen bis stürmischen nördlichen Wind bereit. Bis zur Zieldurchfahrt bleibt das wachsame Charisma-Team gefordert...

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